Newsletter im Rahmen der DSGVO – Eine Bilanz

Ist der Newsletter als Marketinginstrument noch sinnvoll?

Vor einem Jahr kam die DSGVO und die erste Panik ist vorbei, nachdem sich herauskristallisiert hat, dass große Abmahnwellen und Strafen in Millionenhöhe ausblieben. Zwar kam es in Deutschland zu ersten Erhebungen von Bußgeldern, doch für drakonische Strafen scheint es noch eine Schonzeit zu geben.

Nichtsdestotrotz lähmte die Einführung der DSGVO viele Unternehmen, da die Furcht vor Strafen hoch war. Überforderung und fehlende Informationen führten in vielen Unternehmen dazu, dass Tracking-Software wie Google Analytics vorsorglich abgeschaltet, oder Webformulare deaktiviert wurden. Dadurch wurde die Performance der Webseite kaum noch überwacht, was zu fehlender digitalen Kundenbindung führte. Eine Tatsache, die von vielen Kritikern als rückläufiger Schritt in der Digitalisierung betrachtet wurde.

Auch im digitalen Marketing & Vertrieb wurden durch gestiegene Komplexität von Datenprozessen neue Strategien nötig, die oft vernachlässigt wurden.

Doch die DSGVO brachte auch positive Folgen.

So wurde für deutsche Unternehmen ein fairerer Wettbewerb geschaffen, da durch das Marktortprinzip die Konkurrenz zu ausländischen Unternehmen wegfiel, die es mit dem Datenschutz nicht so genau nahmen. Unternehmen sind für Datenschutz und Informationssicherheit sensibilisiert worden und schenken diesen Bereichen mehr Aufmerksamkeit. Zudem haben viele Unternehmen die Einführung der DSGVO genutzt, um ihre Datenbestände aufzuräumen und Prozesse und Tools zu hinterfragen.

Was bedeutet das für das Versenden von Newslettern?

Die letzten 12 Monate haben gezeigt, dass die Zeit der Massen-Emails vorbei ist. Zwar versenden laut Email-Marketing Benchmark 2019 immer noch 76% aller Unternehmen Newsletter, doch inzwischen wird vorsichtiger mit Informationsübertragung umgegangen. Die Studie brachte auch noch weitere interessante Insights zutage: Trotz der strengen DSGVO-Vorschriften versenden immer noch 18% der Unternehmen Newsletter ohne doppeltes Opt-In. 38% fragen zu viele Daten bei der Newsletteranmeldung ab, was sich negativ auf Newsletteranmeldungen auswirken kann. Nur 24% der Unternehmen klären bei der Anmeldung zum Newsletter darüber auf, was mit den gesammelten Daten gemacht wird.

Wie können Sie es besser machen?

Wichtig beim Versenden von Newslettern ist die Einhaltung der DSGVO-Vorgaben. Versenden Sie keine Newsletter, ohne sich vorher eine eindeutige und nachvollziehbare Einwilligung geholt zu haben. Dies geht über das Double Opt-In-Verfahren, aber auch durch eine direkte persönliche Einwilligung, beispielsweise auf Messen, sofern diese schriftlich festgehalten wird.

Achten Sie beim Newsletter-Anmeldeformular darauf, nicht zu viele Informationen abzufragen, Name, Email-Adresse und eventuell die Firma reichen vollkommen aus. Geben Sie dem Interessenten die Möglichkeit, ihrer Datenschutzerklärung zuzustimmen und verlinken Sie diese. Der Zweck der Anmeldung sollte ersichtlich sein, also beispielsweise, dass sie dem wöchentlichen Newsletter dient. Auch der Erhebung personenbezogener Daten muss ausdrücklich zugestimmt werden.

Im Newsletter selbst müssen Sie außerdem immer die Möglichkeit bereitstellen, sich von weiteren Benachrichtigungen abmelden zu können.

Im Zuge der DSGVO ist es wichtig geworden, sich mehr Gedanken darüber zu machen, was versendet wird. Dazu gehört auch, sinnlose Informationen auszusparen. Machen Sie sich mehr Gedanken über den Content, den Sie Ihren Newsletter-Abonnenten zur Verfügung stellen. Versetzen Sie sich in Ihre Newsletter-Abonnenten und überlegen sich, welche Informationen für Sie interessant wären und welche sie selbst wegklicken würden. Durch die DSGVO sind Kunden und Unternehmen gegenüber Informationsdump sensibilisiert worden. Liefern sie in Ihrem Newsletter daher nur Inhalte, die einen wirklichen Mehrwert bieten und nicht nur Lückenfüller sind.

Und zu guter Letzt: Lassen Sie sich nicht durch Ihre Unsicherheit gegenüber DSGVO-bezogenen Themen lähmen. Bleiben Sie offen und sorgen Sie dafür, Ihr Unternehmen transparent und kundenorientiert Ihren Kunden zu präsentieren. Denn letztendlich geht es darum, aufzuzeigen, dass Ihre Kunden Ihnen vertrauen können. Mit oder ohne DSGVO.

Wenn Sie mehr Hilfe beim Newsletter oder weiteren digitalen Marketing-Maßnahmen benötigen, kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot.

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