Werk_39: Aesculap & B. Braun denkt Innovationskultur konsequent zu Ende

Beim #2Roadshrip besuchte Armin Haas von build’n’break das neue Innovationslabor vom MedTec-Riesen B.Braun / Aesculap. Der Konzern mit knapp 60.000 Mitarbeiter setzt dabei mit dem Werk 39 völlig neue Impulse für die Einbindung von Intrapreneuren in die Innovationsprozesse. Werk_39 Macher Sören Lauinger nahm sich persönlich Zeit, führte Armin Haas durch das Innovationslabor und brachte den ganz besonderen Flair dieser Idee eindrucksvoll zum Ausdruck.

Das Werk 39 schafft Raum & Stimmung für Ideen

Werkbank im Werk 30

Werkbank im Eingangsbereich des Werk 39

Besonders auffällig im Werk 39 ist der offene Empfang und die Möglichkeit sich in den Räumlichkeiten auch als Gast völlig frei zu bewegen. Keine 20-seitigen Geheimhaltungsvereinbarungen, kein Sicherheitsdienst, keine formale Anmeldung. Einfach reinkommen und wie zuhause fühlen. Und das trotz der hohen Innovationskraft, die in den Räumlichkeiten förmlich zu spüren ist.

Die Wurzeln werden im Werk 39 nicht vergessen. Tradition wird bewahrt – als Brücke in die Zukunft.

Schraubstock Aesculap

Auch Schraubstöcke aus der traditionellen Produktion haben ihren Platz im Werk_39

Uhr aus Aesculap-Instrumenten

Von Auszubildenden gefertigte Uhr aus Aesculap-Instrumenten

Alles in den Räumlichkeiten des Werk 39 zeigt, dass das Innovationslabor auf Tradition und ein starkes Fundament aufgebaut ist. Schraubstöcke aus der traditionellen Fertigung von Aesculap wurden zu Plakat-Haltern umfunktioniert, eine historische Werkbank schmückt den Eingang. Als Garderobe dient eine kreativ in Szene gesetztes Implantat-Board. Dort werden übrigens auch gleich die Krawatten abgelegt. Das hat nämlich im Werk 39 keinen Platz. #NewWork eben wo man hinsieht.

Auch die Auszubildenden wurden in die Gestaltung einbezogen. So ziert eine Wanduhr aus medizinischen Instrumenten den Eingangsbereich. Das ist übrigens ein Unikat und gibt es so bisher leider nicht im Handel zu erwerben 😉.

Intrapreneurship welcome. Mitarbeitereinbindung ist im Werk 39 zuhause.

Das Konzept von Werk 39 zielt nicht nur auf hippe und junge StartUps. Der Fokus liegt auf den Intrapreneuren – den unternehmerisch denkenden und erfahrenen Mitarbeiter von Aesculap & B. Braun. Diesen Mitarbeitern soll für 3-6 Monate eine innovative Atmosphäre zur Verwirklichung ihrer Ideen bereitgestellt werden. Außerhalb der bestehenden Konzern-Strukturen. Innerhalb von flachen Hierarchien und der Möglichkeit, jederzeit auf Innovations-Experten aller Disziplinen zugreifen zu können. Auch ein Maker-Space steht den Innovativen zur Verfügung, um Prototypen zum Anfassen zu bauen. Um die Intrapreneure im Konzern sichtbar zu machen wird ein spezielles HR-Programm entwickelt, dass in den nächsten Monaten in die Strukturen von Aesculap & B. Braun verankert werden soll.

Innovation hat Methode. Und zwar die eigene Werk 39 Methode

Um all den offenen Strukturen auch einen Orientierungspfad zu geben, haben die Mitarbeiter von Werk 39 eine eigene Innovations-Methode entwickelt, wie die einzelnen Phasen der Ideen-Geburt ablaufen. Neben Design-Thinking, MVP, Scrum und vielen weiteren agilen Innovations-Methoden kommen auch eigene Ansätze zum Einsatz, die in einem „W“ für Werk 39 anschaulich – und dem Markenbild von Werk_39 konsequent folgend – zusammengefasst sind.

Innovationsmethode des Werk_39.

Innovationsmethode des Werk_39.

Kundenproblem hereinspaziert. #CustomerFirst im Werk 39

Wer sich im Werk 39 einnisten möchte, braucht zu aller erst mal eins: Ein Kundenproblem das es zu lösen gilt. So beginnt der Einstieg in die Innovations-Schmiede. Dieses klare Statement wird bei Werk 39 konsequent gelebt. Der Kunde steht mit seinen Problemen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Ohne diese „Eintrittskarte“ wird nicht mit der Entwicklung begonnen. Das zeigt letztlich auch die Ausrichtung des Ideenlabors. #Customerfirst – der Kunde steht hier ganz klar im Mittelpunkt der Aktivitäten. Auch die Visualisierung der Customer Personas zieren in den Projekträumen wie ein Manifest die Wände. Damit das niemals vergessen oder übersehen werden kann.

Gelebtes CoWorking für mehr Agilität

Neben den eigenen Mitarbeitern, Kunden & Problemlösern wird auch an einem Konzept gearbeitet, wie Dienstleister direkt vor Ort in die Innovationsprozesse eingebunden werden können. Wenn alle Kompetenzen an einem Platz zusammentreffen, gibt das ungeheure Geschwindigkeit und Vielfalt in der Lösungsfindung. Das wird im Werk 39 momentan mit Programmierern getestet, die direkt am Puls der Problembearbeitung ihr Wissen einbringen. Hierfür stehen auch vielfältige Projekträume und offene Büros zur Verfügung. Ausgestattet mit allem, was Kreativität und Begeisterung beflügelt.

Fehler und Versagen sind im Werk 39 so weit auseinander wie von hier nach DownUnder.

Natürlich steht im Vordergrund, Kundenprobleme erfolgreich zu lösen. Das ist keine Frage. Aber auf dem Weg zur Lösung kann es auch mal Unwägbarkeiten und Fehler geben. Auch da wartet das Werk 39 mit einer richtungsweisenden Fehlerkultur auf. „Fail fast“ ist die Devise, damit kostbare Innovations-Ressourcen nicht unnötig tote Pferde reitet und dadurch blockiert wird. Dieses „Fail fast“ ist auch in der Innovations-Methode verankert, damit frühzeitig die Richtung geändert werden kann. Und zwar ohne Vorwürfe oder Finger-Pointing. Fehler sind hier „machbar“ und tragen im Selbstverständnis von Werk 39 langfristig zur positiven Entwicklung bei.

Mit Feedback-Kultur an die Spitze

Feedback-Raum im Werk 39

Feedback-Raum im Werk 39

Neben einer tollen Fehler-Kultur ist auch die Feedback-Kultur ein wesentlicher Baustein in den Innovations-Gedanken der Protagonisten. So findet man am Ausgang einen Feedback-Raum, der von Mitarbeitern aus Bordmitteln der Produktion entwickelt wurde. Selbstverständlich in Form von „Multi-Channel“-Feedback konzipiert. Sowohl digital als auch offline können Besucher Ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Auch Chief Happiness Officer „Lupo“ leistet seinen Beitrag

Chef Happiness Officer "Lupo"

Chef Happiness Officer „Lupo“ hat immer einen herzlichen Blick für die Gäste parat

Das Statement für #NewWork findet man im Werk 39 auch in den Möglichkeiten für die Mitarbeiter. Büro-Hund „Lupo“ ist hier genauso herzlich willkommen wie jeder andere Besucher auch. Und er ist nicht nur da um seine Zeit im Innnovationslabor abzusitzen. Nein, er bringt sich als Chief Happiness Officer produktiv in die Arbeitsprozesse mit ein. Als Wohlfühlfaktor für Mitarbeiter und Gäste kann jeder gemeinsam mit Lupo seinen ganz persönlichen Auszeit-Moment genießen und neue Kraft für die anstehende Kreativarbeit tanken.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Werk 39 ein konsequenter und bis in’s letzte Detail durchdachter Schritt von Aesculap & B. Braun in Richtung Zukunft „beyond the product“ ist. Mit diesem Innovationslabor hat der führende MedTec-Konzern seinem Leitmotiv „sharing expertise“ eine völlig neue Dimension an Leben eingehaucht. Die Hauptstadt für Systempartnerschaft zum Wohle der Patienten hat jetzt eine Adresse: 78532 Tuttlingen; Rote Str. 1

Für build’n’break war der Besuch neben einem spannenden Erfahrungsaustausch über die Zukunft im Gesundheitswesen auch eine Flut an Impulsen, für das geplante Innovationszentrum auf der Ostalb. Viele Ideen zur Gestaltung der kreativen Kultur trafen im Werk 39 auf „Brüder im Geiste“. Besonders lässt sich die Ausrichtung auf das schlummernde Intrapreneur-Potenzial herausstellen, das bisher im Rahmen des StartUp-Hypes gänzlich vergessen wurde. Aber genau dort, wo jahrelange Erfahrung auf Enabler-Struktur und neue Impulse trifft, wird der Zukunft ein neuer Anstrich verpasst. Und das Werk 39 ist definitiv so ein Platz.

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